21-04-2017

Rudy Ricciotti Rivesaltes Memorial Museum

NL Architects + XVW architectuur, Rudy Ricciotti, Alison Brooks Architects,

Kevin Dolmaire,

Rivesaltes, France, Amsterdam, London, Ribe, Denmark,

News

Unsere virtuelle Reise auf der Entdeckung der fünf Finalisten des 'EU Mies Award 2017 bringt uns diese Woche nach Frankreich, genauer nach Rivesaltes, wo der Architekt Rudy Ricciotti das gleichnamige Memorial Museum gestaltet hat.



Rudy Ricciotti Rivesaltes Memorial Museum

Die letzten Etappen unserer virtuellen Reise auf der Entdeckung der fünf Finalisten des EU Mies Award 2017, des Preises der Europäischen Union für Gegenwartsarchitektur. Nach London mit dem Projekt Ely Court von Alison Brooks Architects waren wir in Amsterdam für die Wohnanlage deFlat Kleiburg der Büros NL Architects + XVW architectuur, und in der mittelalterlichen Stadt Ribe in Dänemark für Kannikegården des Büros Lundgaard & Tranberg. Für die vierte Etappe gehen wir nach Frankreich, nach Rivesaltes, wo der Architekt Rudy Ricciotti das gleichnamige Memorial Museum gestaltet hat.

Der Architekt Rudy Ricciotti hat die schwerwiegende und tragische Vergangenheit des Ortes interpretiert, ein ehemaliges Militärlager, das unter dem NamenCamp Joffre bekannt war und der “Ort der Unerwünschten&rdquo war, von den spanischen Flüchtlingen, die Schutz vor dem Franco-Regime suchten zu den Juden, die hier vor ihrem Transfer in das KZ Auschwitz interniert wurden bis hin zu den harkis, den Französisch-Arabern, die nach dem Ende des französisch-algerischen Krieges wieder in das Heimatland geschickt wurden.
Auf dem Gelände des ehemaligen Blocks F, gegenüber den vorhandenen Bauten, hat der Architekt ein unterirdisches Museum entworfen, ein Baukörper aus ockerfarbenem Zement, der zum Teil aus dem Erdreich hervorragt und zu dem man über eine lange und teilweise in die Erde eingelassene Rampe gelangt. Ein kompakter und gleichförmiger Monolith, ein langer Block mit verschiedenen Räumen (Sälen, Büros, Werkstätten), die um drei Patios angeordnet sind und wo man, von Innen, nur einen einzigen Blick nach Außen hat, nämlich auf den Himmel. Von Außen betrachtet behindert das Mahnmal nicht den Blick auf die Umgebung und setzt dem allgemeinen Gefühl des Verfalls ein klares und entschlossenes Zeichen entgegen: Die Architektur wird zum stillen aber starken Zeugen der menschlichen Dramen, die sich hier an dem “Ort der Unerwünschten” abspielten.

(Agnese Bifulco)

Architekt: Rudy Ricciotti
Büro: Rudy Ricciotti, Bandol
Ort: Rivesaltes/Ribesaltes, France

Images courtesy of EU Mies Award, © Foto: Kevin Dolmaire © Zeichnungen: Rudy Ricciotti

rudyricciotti.com
www.memorialcamprivesaltes.eu


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