Parma, Italien
In Parma kann man in der Stadt den Palazzo Dalla Rosa Prati wählen, eine historische Unterkunft mit sieben Suiten, die direkt am Domplatz steht, mit Blick auch auf das Baptisterium und das Bischofspalais. Das gewisse was mehr im Inneren das lounge “Tcafè” wo man nicht nur einen Imbiss zu sich nehmen, sondern auch Bücher zum halben Preis kaufen und Ausstellungen mit Gegenwartskunst besuchen kann. Alternativ dazu gibt es außerhalb der Stadt die Locanda del Lupo di Soragna, die Orte von Giuseppe Verdi, an denen man die Musik in der Luft und in den Dingen atmet. Das Relais Fontevivo, 20 km von Parma entfernt, ist hingegen eine alter Zisterzienserabtei, wo die architektonische Grundanlage intakt geblieben ist und wo aus den damaligen Mönchszellen die heutigen 17 Zimmer erhalten wurden.
Wer in Strukturen übernachten möchte, die über Wellness-Bereiche verfügen, der ist im Relais de Charme Tabiano Castello richtig, das eine natürliche Grotte anbietet, Hammam, Sauna, Gefühlsdusche. Die Thermen von Tabiano sind nur wenige Kilometer entfernt. Wer hingegen außer mittelalterlichen Suggestionen auch der guten Küche nicht abgeneigt ist, der muss einen Halt bei der Antica Corte Pallavicina Relais in Polesine Parmense einlegen. Der Burgherr des Ortes, Massimo Spigaroli ist der wahre König des"Culatello", des edlen Kernschinkens, und geleitet den Gast durch die alten Keller, wo man Tausende von Schinken, “strolghini” (eine besondere Salamisorte, die aus dem gleichen Fleisch wie der Kernschinken hergestellt wird);, traditionelle Salamis und Coppe (gewickelter luftgetrockneter Schweinenacken) sehen kann. Die Faszination der Vergangenheit, die uns von der Gegend um Parma geboten wird, um dort die Nacht zu verbringen und sich dem guten Essen und den verführerischen Düften hinzugeben, ist wohl die beste Methode, sich auf den Streifzug durch Architektur und Design vorzubereiten, der sich hingegen durch die Stadt zieht.
Erste Etappe ist das Auditorium Paganini. Es steht in der ehemaligen Zuckerfabrik Erdiania und die Umgestaltung trägt die Unterschrift des Architekten Renzo Piano.
Die gesamte Arbeit gehört zu einem Stadtsanierungsprogramm und ermöglicht es uns, ein schönes und innovatives Beispiel für die Sanierung von Industriearchäologie zu bewundern, das der Musik gewidmet ist und wo man auch im Park flanieren kann. Eine für Italien bemerkenswerte Tatsache ist, dass man sich im Park in Badekleidung, also Bikini und Badehose, sonnen darf. Weiter die Musik als Leitfaden benutzend, verdient das Haus der Musik einen Besuch.
Es ist 2002 auf die Initiative der Gemeinde Parma zwischen den Mauern des Palazzo Cusani aus dem 15. Jahrhundert eingerichtet worden. In diesem wichtigen Zentrum für die Verbreitung und die Perfektion der Musik finden Konzertveranstaltungen statt. Das wahre Zentrum aber an dem sich die Jugend trifft, ist der Piazzale della Pace, der Friedensplatz, der vor Kurzem in eine Grünfläche umgestaltet wurde, die von dem strengen Palazzo Palazzo della Pilotta abgegrenzt wird. Die Umgestaltung wurde dem Architekten Mario Botta anvertraut, der den Platz mit einem weitläufigen englischen Rasen, Pflanzen und einem Brunnen mit Wasserbecken, in dem sich die alten Architekturen spiegeln, neu gestaltet hat.
Eine sehr umstrittene gestalterische Arbeit ist Piazza Ghiaia, ein Werk, das ursprünglich von Paolo Portoghesi stammt. Piazza Ghiaia ist seit dem 17. Jahrhundert der Markt der Stadt Parma, insbesondere für Fleisch und Schlachterei, ein Ort, der dem Leben und den traditionellen Handelsbeziehungen gewidmet ist.
Das Sanierungsprojekt des Geländes, das Architekt Portoghesi anvertraut wurde, ging eben von diesem Wunsch der Bewahrung als Bezugspunkt für die Stadt aus, der aufgrund einer Verarmung des Lebens in den Stadtvierteln im Laufe der Zeit verschwunden ist. Das endgültige Projekt, das bis Ende des Jahres eingeweiht werden soll, sieht Gewerbe in Ebene 1 vor und die Überdachung des Platzes, um dessen ganzjährige Nutzung zu garantieren. Anders als beim ursprünglichen Projekt von Portoghesi sieht die Überdachung des Markts wie eine von einem Pfeilersystem getragene Struktur mit verglastem Segel aus. Die Markthalle als Anlass nehmend, ist nun ein schöner Überblick über die unzähligen Lokale in der Stadt an der Reihe, wo man trinken und essen kann. Absolut erwähnenswert die Trattoria Rangon in Via Borgo delle Colonne, fröhlich, familiär und von hoher Qualität sowohl beim Essen als auch bei den 120 Weinetiketten. Das Nachtleben spielt sich ganz in via Farini ab eine Folge von unterschiedlichen Lokalen, von denen das Tabarro für den Aperitif und einige warme Gerichte eine besondere Erwähnung verdient.
Danach Le Malve, ein Lokal, in dessen Inneren die Gestaltung großen Wert auf das Element “Licht” gelegt hat. Bunte LED für eine intime Atmosphäre und schräge Lichtklingen, um die Räume innen abzugrenzen. Zum Schluss das historische Lokal, die Enoteca Fontana, die ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und wo köstliche Brötchen mit Wurst und Käse auf die Gäste warten.
Eine Stadt nach Menschenmaß, die nach der Einstufung des Finanztagesblattes Sole 24 Ore an erster Stelle unter den italienischen Städten mit dem höchsten nachhaltigen Wachstum steht.
Cintya Concari