Refraction House, Kioshi Sey Takeyama + Amorphe

07-01-2003
In einem Wohnviertel der Peripherie von Nagoya, Japan, stellt Refraction House dank der ausgesuchten volumetrischen Komposition ein wichtiges architektonisches Zeichen in diesem Umfeld dar, das durch vorgefertigte Einfamilienhäuser und massive Appartementblocks geprägt ist.

Der Planer Kiyoshi Sey Takeyama, Gründungsmitglied der bekannten Gruppe Amorphe und geschätzter Theoretiker der digitalen Räume, hat sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, in der Wirklichkeit kühne volumetrische Kompositionen und ungewöhnliche Materialverbindungen zu experimentieren.
Das Gebäude besteht aus zwei stark differenzierten Volumen: dem Hauptkörper, der sich als lange verzerrte Schachtel darbietet mit einer aus Zink verkleideten Stahlstruktur, stellt sich auf der Rückseite ein statischer Turm mit quadratischem Grundriss gegenüber, der solide tragende Mauern aus Zementblöcken hat.

Die Hauptfassade mit der Eingangstür mit sauberen und minimalistischen Linien, wurde mit durchgehenden Platten aus oxidiertem Metall verkleidet. Die Fassade auf die Straße hin benutzt galvanisiertes Zink und ist fast blind. Hier öffnen sich nur das hervorstehende Fenster mit satiniertem Glas des Schlafzimmers und das kleine Küchenfenster.

Die Wohnfunktionen sind alle im Hauptvolumen konzentriert, in einem großen und durchgehenden Raum mit doppelter Höhe, in dem Wohnzimmer, Esszimmer und Küche im Erdgeschoss und das Schlafzimmer auf der Galerie untergebracht sind. Im Turm liegt im Erdgeschoß das Gästezimmer im japanischen Stil, das auf einen kleinen Stein- und Bambusgarten führt und im Obergeschoss befindet sich das einzige Badezimmer des Hauses, das mit dem Hauptkörper des Gebäudes über einen externen Glaswürfel verbunden ist, der einzigen sichtbaren Verbindung zwischen den beiden Gebäudekörpern.
Der Hauseingang führt direkt auf den Hauptraum, von dem aus ein Glasgehsteig abzweigt, der entlang der gesamten Außenmauer zum Schlafzimmer im Zwischengeschoss führt.

Die besondere Organisation von Refraction House, in dem alle primären Funktionen im gleichen Raum ohne Unterbrechungen ausgeübt werden, spiegelt die Persönlichkeit des Auftraggebers wider, einem Restaurantbesitzer und einzigem Bewohner des Hauses, der keine Probleme hatte, den Mangel an Privatsphäre und die schwierigen Wege zwischen den verschiedenen Wohnbereichen zu akzeptieren.
Auf seine Anforderung nach einem ganz weißen und mit Naturlicht beleuchteten Raum, hat Takeyama mit einer sensoriellen Architektur geantwortet, in der die unterbrochenen Linien der geneigten Wänden den Raum verbreitern und wo die Grenze zwischen Licht und Schatten ständig wechselt. Der Feierlichkeit der weißen Wände steht die Sinnlichkeit der Fußböden gegenüber, die mit Materialien verkleidet wurden, die nach Tastsinn und Akustik variieren.