Das Stadtviertel Poggiofranco in der Peripherie von Bari war Gegenstand eines großen Sozialwohnungsbauprojekts, bei dem eine Fläche von 40.000 Quadratmeter in der Nähe der Stadtumfahrung involviert wurde. Das Ziel, Wohnungsbauten (mit subventioniertem, begünstigtem und konventioniertem Wohnbau) und nicht zu Wohnzwecken genutzten Raum wie Büros und Ladenlokale zu organisieren, basierte auf eine Bauphilosophie, die an der Suche nach aktiven und wandelbaren Vierteln orientiert ist, wo die Verflechtung der öffentlichen und privaten Funktionen vorrangig Dynamik und Vitalität garantieren soll. Eingelassen in das Umfeld musste das Projekt die Schwierigkeit eines Grundstücks mit unregelmäßiger Form behandeln, wo der offene Raum des Platzes mit dem privaten Raum der Wohneinheiten und den Bereichen für die Anwohner zu verbinden war. Indem die Geometrie des Geländes genutzt wurde, haben die Planer um den Platz das Bühnenbild des Viertels errichtet, um diesen nicht einfach nur im Hinblick auf seine primäre Wohnfunktion zu präsentieren, sondern auch als Mittelpunkt des Viertels selbst, das sich um das Grundstück entwickelt und das sich – aufgrund der neuen Bebauung - noch nicht gebildet hatte. Als Kulissen für die Bühne des Platzes fungieren auf der einen Seite der verglaste Büroturm und die anliegenden Wohnungen und auf der anderen Seite eine große Wohnbauanlage, die sich als Gruppe von Türmen entwickelt, deren Erdgeschoss mit Pfeilern und Glaswänden den Unterbau bilden. Über diesem leichten Sockel erheben sich die Wohnungen auf 13 Stockwerken: Als Einfamilienhäuser konzipiert, ist die für jede Einheit vorgesehene Fläche fast gleichmäßig zwischen Innenraum und Terrasse aufgeteilt. Das Muster der Terrassen folgt dem Grundriss der Türme, es läuft sich von Turm zu Turm hinterher und erzeugt einen schönen Rhythmus in der Fassade, wo das Spiel der so entstehenden vollen und leeren Flächen die Wiederholung des Wohnmoduls bereichert, das in sich das Risiko der Entfremdung trägt. Die weitläufige Terrasse jeder Wohnung ist ein notwendiges Element, um einen der Vorteile des Randgebietes zu nutzen, bzw. die zur Verfügung stehende offene Landschaft.
Mit einem theatralischen Coup öffnet sich die Anlage in der Mitte in einen Korridor, der als optischer Kegel dient: Von dem Platz aus ist es somit möglich, einen Blick auf die privaten Gärten der Wohnanlage und umgekehrt zu haben. Ein großer, als Garten gestalteter Bereich öffnet sich hinter dem Gebäude, mit Spielplätzen, Gelegenheiten zum Skateboard- und Rollschuhfahren, Radwegen und Wasserbecken.
Die Qualität der Arbeit wurde durch die Wahl der Details ergänzt, die in den Metallelementen der Fassaden, wie den Geländern und Vordächern - realisiert nach dem Entwurf der Planer - und in den Böden und Verkleidungen, die direkt von den Unternehmen verfolgt wurden zu sehen ist, und wo der Wechsel der Themen und Dekorationen das Interesse bezeugt, diese Arbeit markieren und von den Konstruktionen der Umgebung abheben zu wollen.
Im Sinne einer Vermittlung zwischen dem ausgesuchten Design, der Funktion und der praktischen Instandhaltung wurde für den Fußboden der öffentlichen Flächen das Steinzeug Porcelaingres der Woodstone Collection verwendet, in der natürlichen Oberfläche des African Wengè und im großen Format 120x30, mit dem die Verkleidungen Oltimer und Rupas aus der gleichen Produktion kombiniert wurden, mit verschiedenen Dekorations- und Farbthemen, um de Gemeinschaftsräume und Empfangsbereiche aufzuwerten. Auch für die Fassaden der Wohnungen wurde eine Steinzeugverkleidung gewählt - aufgrund der Strapazierfähigkeit des Materials und der umfassenden thematischen Auswahlmöglichkeit: In diesem Fall wurde im Katalog GranitiFiandre Pietra Dorata gewählt, ein Material mit zarten Abstufungen, das den Kontrast zu den großen Glaswänden des Unterbaus bildet. Bei dem Büroturm wurden die Glasflächen durch die Verbindung mit Rupas ergänzt, einem Steinzeug von Granitifiandre mit intensiven natürlichen Farbstufen, die den High-Tech Effekt des Glases und des Aluminiums ausgeglichen.
Mit einer glücklichen Kombination zwischen den sprachlichen Wahlen internationaler Reichweite, wie Glas und Metall, und den Wahlen mit stark italienischer Prägung wie das Feinsteinzeug aus der landestypischen Tradition mit den vielseitigen Ausdrucksmöglichkeiten, möchte diese Arbeit ein fester optischer Bezugspunkt in einer im Wandel begriffenen Umgebung sein.
Urbanistische und architektonische Gestaltung und Bauleitung: Studio Sancilio Ingegneri e Architetti Associati
Ort: Bari (Italien)
Bauherr: IACP Bari
Konventioniert: Consorzio Sviluppo e Costruzioni
Anlagentechnik: Ingegneria & Servizi S.r.l.
Tragwerksplanung: Studio Costa Ingegneri Associati – Studio Gruppo Cinque
Lieferanten:
Vordach und Geländer erster Stock: Colella & Partners
Durchgehende Fassaden: Coesi
Balkonbrüstungen: Sites
Türen und Fenster: F.lli Cramarossa
Grundstücksgröße:40.000 m2
Ende der Bauarbeiten: 2010
Stahlbetontragwerk
Fassaden aus Aluminium und Glas
Fußboden der Eingangshallen, Gänge und Aufzüge aus Feinsteinzeug Woodstone Collection African Wengè (120x30): Porcelaingres
Verkleidungen der Eingangshallen aus Feinsteinzeug der Kollektion Oldtimer (60x60): Porcelaingres
Verkleidungen im Erdgeschoss und der Büros aus Feinsteinzeug Rupas (30x60): Porcelaingres
Externe Verkleidungen der Wohnungen aus Pietra Dorata 60x40 der Kollektion New Stone: Granitifiandre
Fotos: Pietro Savorelli
Iris Ceramica
Granitifiandre
Granitech
FMG Fabbrica Marmi Graniti
Ariostea