Kompositive Synergie und städtebauliche Eleganz im Herzen von Helsinki, Steven Holl
  Art des Projektes  
In Helsinki zu projektieren stellt ein Privileg und eine Erfahrung seltenen Reichtums dar. Der skandinavische Neoempirismus, erwachsener und reifer Ausdruck der modernen Strömung, mit der Lektion durch Meister eines Kalibers von Gunnar Asplund und Alvar Aalto, macht Finnland zu einem szenischen Hintergrund mit außerordentlicher Eleganz und feierlicher planerischer Synthese.
Finnland ist ein Land mit großen natürlichen und landschaftlichen Möglichkeiten, ein Ort mit üppiger, ausgedehnter Vegetation, wo die einzigen unterbrechenden Elemente durch seine Seen und den beeindruckenden Biorhythmus seines Lichts verlörpert werden.
Gerade Licht und Wasser sind es, die die Trumpfkarte des Kiasma, dem Museum of Contemporary Art von Steven Holl a Helsinki bilden.
Kiasma befindet sich im Zentrum der Stadt, ist vom Finnländischen Palast von Alvar Aalto und dem Bahnhof von Saarinen umgeben, in der Nähe des Parlamentssitzes. Nahe gelegen ist die Bucht von Töölo.
Ein an Bezügen reicher Ort also. Wo die Entwurfstätigkeit aus dem ständigen Vergleich mit dem vorher Bestehenden ihre formelle Identität entnimmt. Diese einnehmende Dialektik ist gewollt, ausgesucht und wird für eine gute Einordnung des Kiasma an diesem Standort als unerläßlich betrachtet. Ohne Wunden, ohne Widersprüche.
Mittels seiner reflektierenden Wände und den Wasserspiegel im Norden bildet das Museum einen dauerhaften und wechselseitigen Dialog mit dem Stadtzentrum.
Eine Idee, die bereits anderenorts zur Anwendung kam, ist die, die Wahl reflektierender Materialien zu bevorzugen, um einen Dialog mit dem Bestehenden aufzustellen: man denke zum Beispiel an das Haas House von Hans Hollein auf dem Stephans Platz in Wien, wo die gotische Kathedrale über sich auf den Fassaden des Spiegelgebäudes berichtet.
Hier in Helsinki geht Steven Holl jedoch viel weiter und erzielt ein gewiß überzeugenderes Ergebnis. Hier wird die kompositive Synergie mit dem städtebaulichen und architektonischen Kontext auch über die sinusartige Form des Gebäudes erzielt, dessen weiche Linienführung das Zentrum von Helsinki zu einer Umarmung einlädt, die die Organismusgedanken eines bestimmten finnischen Ursprungs wieder ins Gedächtnis ruft. So führt diese Folge weicher Linien fast wie ein Reflex zum kurvenartigen Ausgleich durch Alvar Aalto und Otto Korhonen, zu den Savoye Vases, und, wenn auch in einem anderen Maßstab, zum Baker House Dormitory oder zum Opera House, die ebenfalls Werke des finnischen Meisters sind.
Die äußere Morphologie wird im Inneren mit einer weiteren und überzeugenden Philosophie aufgegriffen: der kurvenartige Verlauf der Räume erinnert an eine Art Promenade, die jedesmal neue räumliche Fluidität und Kunstobjekt zugleich enthüllt. Ein sanfter Spaziergang also führt geschmeidig zur Entdeckung von zeitgenössischer Architektur und Kunst.
Ein weiteres wirkungsvolles Element des Entwurfes von Steven Holl ist das Licht. An keinem Ort, wie in einem Museum der nordischen Länder, bildet dieses ein Schlüsselelement der Planung. Das Ziel der Katalysierung der Lichtstrahlen bewegt die Komposition der Räume, dirigiert das Orchester der Volumen, verbindet sie bei der Suche nach dem Licht.
Ancora Kiasma also, oder Logik der Verflechtung. Gemäß einer Philosophie des Dialogs zwischen Architekturen, der Umarmung von Licht und Raum, von reflektierten Poesien, die als Ziel das Gleichgewicht und die elegante Synthese eines wertvollen städtebaulichen Mosaiks haben.
Francesca Oddo
Steven Holl Architects
450 W31 Street 11th Floor
New York
NY 10001
Tel. 212 629-7262
Fax 212 629-7312
E-mail: mail@stevenholl.com
www.stevenholl.com
www.gingkopress.com
www.navalarch.com






