26-08-2002

P. Zumthor Schweizer Pavillon an der Expo 2000 von Hannover

Peter Zumthor,

Projekte

Cemento, Legno,

"Jedes Material besitzt seine spezifische Ausdruckssprache": dieser berühmte Ausspruch von Adolf Loos wird von Peter Zumthor als Grundprinzip seines Herangehens an die Architektur aufgefasst, weil - wie der Planer selbst meint - "in jedem meiner Werke das Material seine Regeln diktiert hat. (...). Die Projekte entstehen aus einer Idee, und diese Idee wird in meinem Fall immer von einem Material begleitet. Ich kann eine Art des Planens, in der zuerst die Form und dann die Materialien bestimmt werden, nicht begreifen".



P. Zumthor Schweizer Pavillon an der Expo 2000 von Hannover Und weiter: "Ein großer Teil meiner Art zu Planen besteht, ganz einfach, darin, dem Material, das ich gerade verarbeite, zuzuhören, auf seine Bedürfnisse zu achten (...). Auf Spanisch sind sich die Wörter Holz - madera-, Mutter- madre- und Material- material- ähnlich".

Weder beim Bodenbelag - eine simple farblose Betonschüttung- noch bei den kargen Ausstattungselementen aus Glas und cortén wird ein Zugeständnis an den Formalismus gemacht: die glatte, bläuliche Betonoberfläche erreicht dafür dank ihrer Homogenität den Effekt einer zusätzlichen Aufwertung der rosafarbenen, vibrierenden Tönung des Holzes, dieser charakteristischen weichen, materiellen Wirkung, die durch das Fehlen eigentlicher Decken noch faszinierender und suggestiver wird.
Die ästhetische Faszination des Gebäudes entsteht auch durch die Modul- texture der Bretter in fortlaufendem, regelmäßigem Helldunkelkontrast mit ihren Zwischenräumen, die im bemerkenswert hohen Innern den Trennwänden eine horizontale, gegenläufige Partitur aufzeichnen.
Außen hingegen unterstreichen die strengen und vorspringenden Linien der Metallelemente - aus denen die Teilabdeckung des Pavillons besteht - die Präsenz der Zugänge, die als vertikale Schnitte mit deutlichem Einfluss Wrights der ganzen Höhe nach gedacht sind.

Auch die Beleuchtung der wenigen gedeckten Räume wird mittels Linien von großer formaler Reinheit erzielt: die Leuchten sind einfache Röhren aus cortén, die in mehrfachen Reihen von der Decke hängen.
Das Resultat ist eine harmonische, ausgeglichene Architektur, in der die vergängliche Berufung ununterbrochen durch die Erwähnung der aufgestapelten Bretter vor Augen geführt wird.
Das Konzept bezieht sich auf den Projektansatz von Le Corbusier, auf dessen Raumauffassung, nach der ein Raum zugleich funktionell und ästhetisch sein soll: immer im Hinblick auf jene Architektur "der Stille, die ohne Schreie und große Gesten spricht, (...) denn die Dinge von Dauer sind diejenigen, die ihre Aufgabe in der passendsten Form lösen. Daher stammt die Notwendigkeit, nicht zu stören, die Freude an stillen Formen, ganz einfach an ihrem Existieren, bis sie, so hoffe ich, integrierender Teil des Wesens eines Ortes werden".

Elena Franzoia

PETER ZUMTHOR
Susswinkel, 20
7023 Haldenstein (CH)
tel. 0041.81.3549292
fax 0041.81.3549293

Links:

www.geocities.com
www.archinform.de/arch/426.htm
www.vitruvio.ch
www.archinfo.it

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