Keine Fliesen mehr
Die Keramikindustrie muss – auch wenn sie das Diverse sucht – das Problem der Wiederholbarkeit des Moduls, des Dekors und der Abstufungen der Oberfläche berücksichtigen. Das bedeutet, dass das Endprodukt notwendigerweise standardisiert sein und sich in einen mehr oder weniger breiten Bereich der Homologation einfügen muss. Nachdem man sich dieses Prinzip zu eigen gemacht hat, interpretieren die Unternehmen dies, indem sie das Außerordentliche in jedem einzelnen Stück anhand von Untersuchungen der Mischung und der Spiele der Formate suchen. An diesem Punkt erscheint es logisch, dass es zwei Standpunkte beim Projekt gibt, um zu verstehen, inwieweit eine anscheinend gegensätzliche Sache, wie die Diversifizierung der Homologation, zur Welt der Keramikflächen gehört.
Das doppelte Gesicht des gleichen Arbeitens an der Materie – auf der einen Seite das industrielle Projekt und auf der anderen Seite die gestalterische Tätigkeit des Architekten. Im ersten Fall muss man notwendigerweise die Produktionsstandards schaffen, während im zweiten Fall viel der Homologation bei der Ausarbeitung des Verlegeprojekts erarbeitet wird, um den Endeffekt zu variieren. .
Die beiden Ansatzpunkte kreuzen sich mit der von W. Benjamin Anfang des letzten Jahrhunderts begonnenen Forschung, als dieser theoretisch darlegte, dass die Wiederholbarkeit ein Ausdruck des kreativen Schaffens sein konnte. Diese Ideologie, die durch das gesamte 20. Jahrhundert führte, hat dazu gebracht, in dem Bild den Wert des historischen Verweises zu bestimmen, bei dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich in einem Objekt zeigen und zwar abgesehen von der Einzigartigkeit, gerade aufgrund der Fähigkeit, in unendlichen Basisbestandteilen angeboten zu werden, die dann vom individuellen Gedanken ausgearbeitet werden.
An dieser Stelle ist es interessant zu sehen, wie ein Verkleidungsmodul eine eigene gestalterische Identität erhält, da es in der Kultur der Gegenwart eben das Primat des diversifizierten und homologierten Objekts einnimmt und dabei die Eigenschaften und das Image des reproduzierbaren und interpretierbaren Handwerkserzeugnisses beibehält.
Nennen wir sie nicht mehr Fliesen, sondern Gestaltungsmodule für die urbane städtische Verkleidung, Elemente, die es ermöglichen, die Identität eines Ortes zu kennzeichnen. Auf der einen Seite sind sie das Resultat der industriellen Forschung und der Standardisierung von Format und Farbe, auf der anderen Seite die Grundlagen für unendliche kreative Schöpfungen in den Händen der Freischaffenden. Wenn wir einige Beispiele betrachten, dann können wir deren Merkmale bestimmen und auch sehen, wie sie die Schranke der herkömmlichen Fliese überwinden um regelrechte eigene Module zu werden: Vom Industriedesign im Dienste der Kreativität entworfen.
Fiandre bietet die Linie Extreme an, die im Format 150X75cm konzipiert wurde und in sieben, am Marmor inspirierten Farben erhältlich ist. Die Betonung liegt hier auf der Dimension als kreativer Erfahrung der Verkleidungsoberfläche. Platten, die anhand einer neuen Verlegetechnik zu verwenden sind. Oder die Serie 100, die – wie in den neusten Untersuchungen des Industriedesigns - das große Format mit dem Umweltschutz verbindet. Ziel ist es, 100% Nachhaltigkeit zu erreichen und dabei die höchsten Prozentsätze von Recyclingmaterial aus dem Keramiksektor und dessen Nebenbranchen zu benutzen. Eine neue Materie, bei der Image und Umweltschutz miteinander kombiniert werden.
Eiffelgres experimentiert mit der Technologie, um der Serie Sensibile Form zu verleihen und zwar in den Oberflächen Sign, Rise und Gehämmert, wo die optische Wahrnehmung zum ästhetischen und strukturellen Projekt wird. Im Fall von Sign wird bei Wechsel des Betrachtungsstandorts die Texture entweder betont oder sie verschwindet ganz, während bei Rise die minimalen Erhebungen der Oberfläche selbst hervorgehoben sind.
Ein weiteres Angebot von Eiffelgres, bei dem Industriegestaltung und flexible Verlegung vereint sind, ist Pietralavica, dank der breiten Formatpalette: Außer den herkömmlichen 60x60cm, 60x30cm, kombiniert mit Leisten, Dekor- und Sonderstücken, gibt es jetzt auch die Platten 90x60cm, 90x30cm und 90x15cm.
Ebenso interessant ist zu sehen, wie die Verwendung der Farbe in Kombination mit den Formaten hingegen eine Prärogative von FMG mit der Linie Shine ist, die aus ganz durchgefärbten Platten besteht, bei der ein leichter und sanfter “Diamantschliff” in der Stoffschicht unregelmäßige und kleine Wellen erzeugt, wobei die besonderen Eigenschaften der Natursteine beibehalten werden. Die Farbgebung und die Grafik der Oberfläche sind in der ganzen Fliese gleich, wobei die Farbtöne von Modul zu Modul kontrolliert werden.
Diese Eigenschaft ist auch bei den neuesten Oberflächen zu finden, die FMG auf den Markt gebracht hat, wo die Abstufungen der Marmorsorten sich im durchgefärbten Steinzeug in 8 neuen Versionen finden, darunter: 3 Fabrikmarmorsorten, 2 Fabriktravertine und 3 Fabriksteine mit Grundfarbe und Maserungen im gleichen Ton.
von Paolo Schianchi
Italienische Fliesen - Fiandre
Fliesen für Fußböden - Eiffelgres
Marmore, Steine, Travertine und Granite – FMG Fabbrica Marmi e Graniti










