Die technischen Anforderungen der SPA
Der Ausdruck SPA, Kürzel von Salus Per Aquam oder Sanitas Per Aquam, was auf Lateinisch Gesundheit durch Wasser bedeutet, ist den Römern zu verdanken, die als erste aus den Thermen ein Ort des Zusammenseins, der Erholung und vor allem des Wohlbefindens durch das Wasser machten.
Von der Philosophie der Antike bleibt das Konzept unverändert, das das Wohlbefinden mit sich selbst sowie die Pflege seiner selbst und der anderen hervorhebt. Dieses wird heute mit neuen Technologien ergänzt, die es gestatten, die unterschiedlichsten Dienstleistungen zu genießen: Von der Sauna über die verschiedenen Hydromassagewannen, türkisches Dampfbad und Entspannungssäle mit Farben-, Musik- und Aromatherapie bis hin zu den Wasserfällen mit unterschiedlichen Druckstärken, Fangobädern, Solarium, Schwitzgrotten, Thalassotherapie und was das Herz sonst noch so begehrt.
Die Wege im Wasser werden bei der Realisierung der SPA durch edle Materialien begleitet, die vom Stein über Keramik zum Mosaik gehen, vom Holz über Leder zum Glas und Stahl, wobei der geschickte Einsatz der Farbe zu dem bühnenwirksamen Effekt beiträgt. Dies alles zielt auf eine Suche der extremen Emotivität, bei der Wasser der Leitfaden ist.
Im Hinblick auf moderne, effiziente und widerstandsfeste keramische Materialien als Alternative zu dem in der Antike benutzten Stein, ist die Rupertus Therme in der Nähe von Salzburg zu erwähnen.
Eine neue Struktur, die das Ergebnis einer sorgfältigen Gestaltung ist, die der Energieeinsparung und der Wirtschaftlichkeit sowie der Wahl der Materialien besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat. Die Materialien sollten nämlich dazu beitragen, eine Architektur zu schaffen, bei der der Komfort auch von den Reflexen, dem Glanz und von den Farben übertragen wird, die in der Lage sind, mit dem Wasser und dem Ambiente zu "kommunizieren". Der Planer der Rupertus Therme ist der Architekt Bert Bitterer, der für die SPA von Reichenhall die Fabrikgranite Imperial White und Verde Tropical gewählt hat.
In der luxuriösen Spa von Stobo Castle in Schottland, hat die Arbeit des Architekten Ron Cameron den Ausbau der Struktur um 2.000 sqf betroffen, bei der der Marmor Rosa Portogallo von FMG Fabbrica Marmi e Graniti den Rahmen einer der elegantesten Räumlichkeiten der Anlage bildet und die Säulen und den Rand des 25 Meter langen Schwimmbeckens verkleidet, was auch den rutschfesten Eigenschaften des Materials selbst zu verdanken ist.
Ebenfalls bezogen auf Wellness-Center ist das Centro Dima Wellness von Rom ein Beispiel für eine Realisierung, die sich sowohl in der Form und in den Inhalten wie auch in den verwendeten Farben und Materialien ausdrückt. Das Büro G7 Architetti Associati hat jedes Element aufgewertet und dazu die High Tech Steine von Ariostea in den Farben Weiß und Schwarz benutzt. Die Planer haben die strukturierte Oberfläche von Black Ardesia in Kombination mit dem satinierten Weiß von Albino Light verwendet. Es handelt sich um besonders abriebfeste Materialien, die sich gut instand halten lassen und von daher für Räume geeignet sind, die täglich von Hunderten von Personen frequentiert werden.
Von diesen beeindruckenden und manchmal überwältigenden Architekturen, die um das Wasser - Mittel der Rituale, die seit Jahrtausenden für die Regenerierung der Sinne wiederholt werden - erbaut werden, stehen einige sogar auf antiken Anlagen. In Rom wurde eines auf den Resten der Thermen von Nero errichtet, andere ganz neu gebaut: Alle untersuchen dabei gründlich die Materie, die Oberflächen, die Farbe, den Klang, die Gerüche und das Licht. Bezogen auf das Licht ist die Wahl der Elemente und der Details, die in der Lage sind, das richtige Resultat zu liefern, von grundlegender Bedeutung.
Überraschend ist beispielsweise der Effekt, den Skycolors Shine schafft, die spezielle Palette von Epoxyd-Stuck, die von der Technokolla extra für Wellness-Center, Bäder und Räumlichkeiten entwickelt wurde, die eine hohe Hygiene bei wasserdichter Fuge und Chemikalienfestigkeit aufweisen. Die besondere Verarbeitung der Mischung garantiert hohe Leistungen mit dem Resultat, das die "Farben erstrahlen" und das Licht freisetzen.
Für die Kreation solch künstlicher und kunstvoller Atmosphären muss man den Beitrag des beleuchtungstechnischen Projekts berücksichtigen, das für das New York Palace Hotel in Budapest (Projekt von Simone Micheli) aus blauen LED-Spots geschaffen wird, die im wahrsten Sinne des Wortes wie Edelsteine in die Biegungen der Wände eingelassen sind, die mit einer Folie verkleidet sind, die Bilder farbigen Eises darstellen. In anderen Fällen, wie bei Younique, Luxury Wellness Center in Mailand, das von Matteo Nunziati gestaltet wurde, werden verschiedene Licht-Szenarien geschaffen, um die räumliche Wahrnehmung je nach ausgeführten Behandlungen zu verändern.
Sehr effekt- und wirkungsvoll ist auch die Ausstrahlung in der Sauna, deren Decke von Swarowski-Kristallen beleuchtet wird, die dem Dampf des Raumes etwas Kunstvolles verleihen.
Der verfremdende "Effekt eines Nicht-Ortes", der gesucht wurde, um regelrechte Architekturen der fünf Sinne zu schaffen - Sehen, Schmecken, Berühren, Hören, Riechen - ist in den Projekten von Simone Micheli zu finden: "Es handelt sich um dreidimensionales Manifest der möglichen und gewollten Verbindung zwischen Architektur, Sinneswahrnehmung und Wohlbefinden, ... plastischen und fließenden Formen, ... ein herrlicher Traum, der zum Irrealen neigt... zwischen Materie, Oberflächen, Licht, Farbe, Klang, Duft und Wasser".
In der Acanto Day SPA von Rom, haben die Architekten Marco und Gianluigi Giammetta einen architektonischen Raum "definieren wollen, der die Synthese eines polysensoriellen Experiments darstellt, bei dem alle Sinne ein volles und bereinigtes Leben haben können" und haben dazu Barrisol verwendet, eine plastische Membran der neuesten Generation, die von einer Struktur aus Stahlprofil getragen wird, die es ermöglicht, dem Ambiente ektoplasmatische kantenfreie Formen zu verleihen: Ein Zustand des "Schwebens im Fruchtwasser", der Loslösung von der Außenwelt.





