15-03-2017

Linazasoro Sanchez: Verwaltungs- und Kongresszentrum Troyes

Projekte

Das spanische Architekturbüro Linazasoro Sanchez hat das neue Verwaltungs- und Kongresszentrum von Troyes gestaltet und dabei dessen Geschichte untersucht und aktualisiert. Mit ihrem Eingriff im Verwaltungs- und Kongresszentrum vereinen Linazasoro Sanchez Bestand und den Wunsch nach Modernität der Stadt Troyes.



Linazasoro Sanchez: Verwaltungs- und Kongresszentrum Troyes
Die Architekten Linazasoro & Sanchez, Autoren des neuen Verwaltungs- und Kongresszentrums von Troyes erzählen, dass seit den Jahren der Französischen Revolution das Stadtzentrum Gegenstand von Eingriffen war, die den eigentlichen Aspekt weitgehend verändert haben und in einigen Fällen auch mittelalterliche Zeugnisse zerstört wurden. Das ist auch der Fall bei der Reihe von Gebäuden – meistens Wohnbauten – die auf dem Gelände standen, auf dem sich heute das Verwaltungs- und Kongresszentrum erhebt: gotische Wohnhäuser, die damals abgerissen wurden, um Repräsentanzbauten Platz zu machen.
Heute fügt sich das Werk von José Ignacio Linazasoro und Ricardo Sánchez, in Zusammenarbeit mit Thienot-Ballan-Zulaica Architectes, in ein Umfeld mit verschiedenen Schichten ein: Fachwerkhäuser in Kombination mit öffentlichen Bauten aus dem 19. Jahrhundert und Mansarddach. Die Architekten haben versucht, eine Stilsprache zu finden, die die Formen und Komposition zusammenfasst – mit dem Ehrgeiz, etwas zu schaffen, was unserer geschichtlichen Epoche entspricht. Als Erweiterung der Anlage der Préfecture de l’Aube steht das Kongresszentrum auf einem schmalen Grundstück zwischen der Place de la Libération und Rue Charles Gros und blickt als Verbindungselement auf den Kontext um einen architektonischen Maßstab zu definieren, der sowohl einen großen als auch einen kleinen Eingriff umfasst. Der Vergleich stellt sich nämlich auf der einen Seite mit den strengen und majestätischen gotischen Kirchen an – wie der Basilika Saint-Urbain ganz in der Nähe – und auf der anderen Seite mit den einzelnen Wohnbauten, die niedriger, bescheidener sind und in einem dichten und undefinierten Gefüge dicht aneinander stehen. Da finden wir im Projekt von Linazasoro & Sanchez Elemente im großen Maßstab, wie das Auditorium mit seinen 800 Plätzen, das sich in einem Betonkörper mit raumhohen Verglasungen auf der Südseite befindet, der Mehrzwecksaal, der sich direkt auf die Place de la Libération öffnet oder der Block mit dem Ratssaal, der auf die Rue Charles Gros herausgebaut ist und somit an die Vorbauten der mittelalterlichen Fachwerkhäuser erinnert. Trotzdem fragmentieren sich die großen Volumen dank der rhythmischen Fassaden mit den Holzfenstern, wo die obere Struktur aus Beton den optischen Eindruck in kleinere Elemente aufbricht, so als wären hier viele separate Räume, die Büroräume, in der Anlage vereint. Eine Komposition, die der Analyse des aktuellen und historischen Umfelds entspricht, die – den Worten der Architekten nach – Anregung in der Methode und den Lösungen findet, wie sie von deutschen und italienischen Architekten der Nachkriegszeit entwickelt wurden, wie Rudolf Schwarz und Franco Albini.
Der Grundriss ist ebenfalls fragmentiert und besteht aus separaten, dabei verbundenen Teilen, in Anlehnung an das Gefüge einer gewachsenen Altstadt: der Laubengang auf der Place de la Libération der in den oberen Etagen den neuen Flügel mit dem Bau der Präfektur verbindet, die Straße, die schmaler wird und Rue Gros mit dem Auditorium und dem Innenhof verbindet, das mehrgeschossige Atrium, das zu Auditorium überleitet und dergleichen mehr. 
Die Einheit und der monumentale Maßstab des Betons sind die Elemente, die dem Ort Bedeutung verleihen, wohingegen die zarte Zerstückelung des Holzes auf die Dimension des Wohnens, den kleinen Maßstab und die Geschichte verweist. Holz und Beton begleiten uns auch im Inneren, wie im Mehrzwecksaal, dessen Vollholzdecke von Laubengängen aus Beton getragen wird. Die formale Lösung ist absolut zeitgenössisch und enthält keinerlei Verweise oder offenkundige Hommagen.

Mara Corradi

Architects: José Ignacio Linazasoro, Ricardo Sánchez; Thienot-Ballan-Zulaica Architectes
Client: Conseil Général de l’Aube
Location: Troyes, France
Structural design: SETIB
Gross usable floor space: 8500 sqm
Lot size: 5800 sqm
Competition: 2008
Start of work: September 2011
Completion of work: October 2014
Structure in: concrete, wood, steel
Façades in: concrete, wood, glass
Indoor surfaces: plaster, wood, concrete, 
Outdoor surfaces: concrete, wood, glass, copper
Floors: wood, stone
Photographs: © Javier Callejas Sevilla, Roland Halbe, Nicolas Waltefaugle, Thienot-Ballan-Zulaica Architectes

www.linazasorosanchez.com 


GALLERY


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