29-11-2017

Heneghan Peng Architects: Das Palästina-Museum in Birzeit

Heneghan Peng,

Richard Davies, Iwan Baan,

Birzeit, Palestina,

Museen,

Pietra,

In Birzeit, 25 Kilometer nördlich von Jerusalem im Westjordanland, steht das Palästina-Museum nach dem Entwurf des Dubliner Architekturbüros Heneghan Peng Architects. Das Palästina-Museum ist ein Denkmal für die natürliche und kulturelle Landschaft der Gegend



Heneghan Peng Architects: Das Palästina-Museum in Birzeit
Das Palestina Museum in Birzeit wurde von Heneghan Peng Architects und Lara Zureikat als Architektur und Landschaftsplanung in einem konzipiert. Das Projekt folgt dem Verlauf eines Hügels zum Mittelmeer hin auf einem Grundstück von 40.000 Quadratmeter neben dem Universitätscampus von Birzeit.
Die Idee eines palästinensischen Museums geht auf das Jahr 1997 und Taawon-Welfare zurück, eine unabhängige Organisation, die sich mit der Hilfe und der humanitären Entwicklung für die Palästinenser des Westjordanlands, in Jerusalem, im Gazastreifen einsetzt sowie in den Bereichen des Jahrs 1948 und in den palästinensischen Gemeinschaften im Libanon. Die Idee war ursprünglich den Bau eines Museums zur Erinnerung an die Nakba, um den Exodus der arabischen palästinensischen Bevölkerung während der Konflikte 1947-48 zu dokumentieren, nach denen der Staat Israel gegründet wurde. Im Laufe der Zeit hat sich die Idee jedoch in ein Programm zur Aufwertung der modernen palästinensischen Kultur im Hinblick auf die Zukunft entwickelt.
Der Auftrag an Heneghan Peng Architects hat in der Tat die Entwicklung eines Werks vorgesehen, das an als eine Interpretation der gemeinsamen Kenntnisse der Gegend interpretieren kann, verstanden als Geschichte, Kultur und Werte. Deshalb drückt sich das Museum in seiner körperlicher Verbindung aus, die zur Idee der Identifikation mit dem Gebiet führt, auf dem es steht und wo jeder kulturelle Faktor aus dem Boden selbst stammt, auf dem er entstanden ist. 
Die Architektur präsentiert einen einstöckigen Baukörper, der auf der Spitze des Hügels steht und ein Souterrain, das sich auf ein Freiluft-Amphitheater eröffnet, westlich dessen eine weitläufige terrassierte Agrarlandschaft in Terrassen dem abfallenden Gelände folgt. Das Erdgeschoss besteht aus einem Eingang, der Verwaltung, Vorführungssälen und einer Cafeteria. Im Untergeschoss liegt das Forschungs- und Lehrzentrum mit den Aulen, den Laboren und den Verwaltungsräumen und öffnet sich dann zum westlich in Stein gegrabenen Amphitheater. Im Untergeschoss befinden sich auch die wichtigsten Räume der Kunstsammlung, die Fotoarchive und die Magazine. Diese sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich und öffnen sich auf einen Hof mit mehr Privatsphäre auf der Ostseite des Bauwerks.
Die rauen Töne der Gegend und deren schweres Schicksal der Herrschaften werden in den aggressiven geometrischen Formen des Hauptbaukörpers ausgelebt, bei dem Kanten und Spitzen alle Teile kennzeichnen und sich mit einem Zick-Zack-Profil den Blicken darbietet. Diese Linien erzeugen dann andere, die am Hügel nach unten verlaufen. Sie werden von Trockenmauern markiert, die den Spuren der vorhergehenden landwirtschaftlichen Tätigkeiten folgen und neue Terrassen bilden. In den außergewöhnlichen Bildern von oben lassen sich diese Terrassen wie unterschiedliche Schichten einer historischen Erbschaft lesen, die ständig an das Tageslicht dringen möchte.
Im Sinne des Entwurfs der jordanischen Architektin Lara Zureikat beschreibt das Museum mit seinem Garten voller autochthoner Sträucher neben importierten Pflanzen die Artenvielfalt, die heute in Palästina herrscht. So kann man bei Schlendern entlang der Steintrockenmauern naturalisierte Zitrusfrüchte ebenso bewundern wie die ortseigenen Kräuter. Das Museum verbindet die älteste palästinensische Identität mit jenen Elementen, die im Laufe der Jahre zu deren Bestandteil geworden sind und die es ermöglichen, im landwirtschaftlichen Erbe die vielfältigen Verflechtungen der historischen Phase dieser Gegend zu lesen.
Das Projekt befindet sich auf einer instabilen Ebene zwischen der Suche nach der Integration und der Unterscheidung von der Landschaft, so als wolle man hier den Wunsch umsetzen, sich in die konstant unterbrochene, begrenzte und eingeschränkte Geschichte dieses Ortes zu versenken. Egal von welcher Seite man es betrachtet, das Palästina-Museum ist voller Spannung, die sich in den Hauptrichtungen des Bauwerks ausdrückt und die auch nicht durch die Integration mit dem Erdreich und angesichts der bestellten Terrassen gemildert wird.

Mara Corradi

Design Team - Concept/ Scheme: 
Design Heneghan Peng Architects
Lara Zureikat – Landscape Architect
ARUP (London) – Civil/ Structural/ Building Services/ Fire
Davis Langdon/ AECOM (London) – QS
T/E/S/S (Paris) – Concept Façade
Bartenbach GmbH (Aldrans, Austria) – Concept Lighting
Projacs International (Jordan) – Project Managers
Design Team - Tender/ Construction Stage
Heneghan Peng Architects
Lara Zureikat – Landscape Architect
Arabtech Jardaneh (Local Partner) - Civil/ Structural/ Building Services/ Fire/ QS
Projacs International Palestine – Project Managers
Client: Welfare Association/ Taawon
Contractor’s
Consolidated Contractors Company, Ramallah, Palestine
Tubeileh, Nablus, Palestine
Al Sabe Landscape Contractors, Qalqilia, Palestine
Location: Birzeit, Palestine (West Bank) 
Size: (Phase I) - 3,500 sqm Building & 40,000 sqm Gardens
Construction Period: 24 months
Environmental Standard: LEED Silver (First LEED Certified building in Palestine) 
Specified Materials
Dolomitic Limestone - Nassar Stone Ltd., Bethlehem, Palestine
Schueco Curtain Walling & bespoke brise soleil - ALICO, Dubai, UAE
Tretford Carpet - Waterford Carpets Ltd., Ireland
ERCO Lighting - ERCO, Germany
D-Line Ironmongery - D-Line, Dubai, UAE
Bespoke Fitted furniture - Manjorco, Ramallah Palestine
Signage/ Wayfinding - Creative Ad Design, Beit Jala, Palestine

Photos by © Iwan Baan, Richard Davies

www.hparc.com
http://www.palmuseum.org

GALLERY


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