15-04-2015

Dominique Coulon Regional Court and Industrial Tribunal Montmorency

Parigi,

Residenzen, SPA, Ville, Schule, Paesaggio,

Legno,

Dominique Coulon hat in Montmorency (Frankreich) das neue Land- und Arbeitsgericht gestaltet. Eine Architektur, die sich in das urbane Muster von Montmorency nördlich von Paris einfügt und dabei zu einer Landmarke wird.



Dominique Coulon Regional Court and Industrial Tribunal Montmorency

Dominique Coulon vollendet ein wichtiges öffentliches Bauwerk in Montmorency, Île-de-France, der suburbanen Gegend um Paris. Das neue Justizgebäude für das Land- und Arbeitsgericht steht südlich des Zentrums und blickt auf die sanierte Place Pierre Mendès France, die das monumentale Aussehen der Architektur betont.
Dominique Coulon ist für seine Fähigkeit bekannt, architektonische Projekte in schwierigen Umfeldern zu gestalten, wie die Schule Josephine Baker in La Courneuve, einem Vorort von Paris, wo die neue Architektur konkret eine Verbesserung der Lebensqualität der Menschen bedeutet (http://www.floornature.de/projekte-buildings-and-public-places/projekt-dominique-coulon-josephine-baker-schule-6874/). In Montmorency ist nicht die sich in der Vertikalen entwickelnde Banlieue als Hintergrund vorhanden, sondern die privaten Wohnhäuser und niedrigen Mehrfamilienhäuser in einem anonymen Gefüge, das trotzdem zum Verschwinden der gemeinsam genutzten Räume beiträgt.

Das Arbeits- und Landgericht war zuvor in zwei Gebäuden untergebracht, die aber nun zu klein waren und so hat der Generalrat der Val-d’Oise, der zum Teil die Bauarbeiten für das neue Justizgebäude mitfinanziert hat, einen neuen Sitz beschlossen. Dieser hat aber nicht mit den wuchtigen Strukturen zu tun, an die wir in den westlichen Hauptstädten gewohnt sind, wo die Architektur die Ausübung der Macht und das Ideal der guten Verwaltung versinnbildlicht. Der Eindruck bleibt zwar monumental, aber die Struktur gliedert sich in asymmetrische Baukörper, die sich eher auf die Stilsprache des Architekten zurückführen lassen als auf typologische Zwecke. Wie Coulon selbst sagt, verschwindet hier die historische symmetrische Komposition der Hauptfassade: an deren Stelle gibt es eine unregelmäßige Frontseite, in der sich volle und leere Stellen abwechseln. Hier ist der Eingang in zweiter Linie, an einer Ecke auf den Platz, während sich die gesamte Aufmerksamkeit auf die gegenüberliegende Ecke konzentriert, in der sich ein gebäudehohes Vakuum öffnet, aus dem die Äste einer Eiche hervorstehen. Dominique Coulon öffnet auf diese Weise den Dialog zwischen dem Bauwerk und der Stadt, zwischen der Behörde und den Menschen.
Von großem Interesse ist auch die Wahl der externen Verkleidungen. Wir finden hier drei verschiedene Lösungen, deren gemeinsames Auftreten die neue Architektur mit einer gewissen Rücksicht in ein urbanes Gefüge einbindet, der sich durch die Überlappung zahlreicher formaler Antworten auszeichnet. Die Hauptfront im Norden, die auf den Platz schaut, wird von zwei Volumen markiert, die miteinander verzahnt sind, ohne sich dabei augenscheinlich zu berühren: der erste Baukörper mit seinen Sonnenschutzlamellen aus drei verschiedenen Holzsorten schwebt über dem zweiten Baukörper, der mit anthrazitgrauen Backsteinen verkleidet ist. Wenn man um die Anlage mit ihrem quadratischen Grundriss herum geht, dann stößt man bei der südwestlichen Ecke auf die “moucharabieh”, den Sichtschutz arabischen Einflusses. Dieser Sichtschutz ist aufgrund der typischen Erkerfenster der Wohnhäuser aus dem mittleren Osten bekannt und mittlerweile in die globale Stilsprache übergegangen, insbesondere in Frankreich mit seinen historischen Verbindungen mit Nordafrika. Dominique Coulon schützt die Gerichtssäle und die Diensträume im Erdgeschoss, ohne dass diese auf das Sonnenlicht verzichten müssen.


Das Projekt der Innengestaltung dreht sich um zwei große Leerräume, die extra geschaffen wurden, um das Licht einzufangen, zu mildern und auszurichten: ein überdachter Hof, der die 4 Stockwerke miteinander verbindet und ein offener Hof, der als Garten dient und auf den sich die Gerichtssäle öffnen. Jedes Element trägt dazu bei, eine ausgewogenere und direktere Beziehung zwischen dem Staat, der Stadt und der Gemeinschaft herzustellen. Eine “Bresche” in der Architektur wird zum vertikalen Ausblick auf den Platz, den alle – innen wie außen – genießen können.

Mara Corradi

Progetto: Dominique Coulon et associés, Architectes
Committente: Ministère de la Justice, Agence Publique pour l’Immobilier de la Justice
Luogo: 137-143, avenue Charles de Gaulle 95 160 Montmorency, Ile-de-France (Francia) (GPS : N 48 58.404, E 2 18.645)
Superficie utile lorda: 2110 mq
Inizio Progetto: 2007
Fine lavori: 2013
Ingegneria e consulenti:
Structural Engineer : Batiserf Ingénierie
Mechanical Electrical Plumbing Engineer : BET G. Jost
Cost Estimator : E3 Economie
Landscape : Bruno Kubler
Acoustics : Euro Sound Project

Imprese:
General contractor SNRB
Subcontractors : AP ingénieries (structure)
Dacquin (deep foundations)
Acieco (water-proofing)
Vollmer (exterior joinery)
Antunes (external insulation)
Ponelle (metal works)
Byn (masonry)
Luso plaque et plâtre (plastering works)
Botemo (interior wood work)
Sopimep (wood furnishings)
Boulenger (resin floor)
Thyssen (elevator)
GSE (electricity)
Tempere (heating and ventilation)

Fotografie: © Patrick Miara, David Romero-Uzeda

www.coulon-architecte.fr
 


GALLERY


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