06-12-2017

Bovenbouw: Gebäudesanierung in der Leysstraat in Antwerpen

Bovenbouw Architectuur,

Filip Dujardin, http://www.filipdujardin.be,

Antwerpen, Belgiium,

Haus,

Rückgewinnung,

Bovenbouw Architectuur hat drei Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in der zentral gelegenen Leysstraat in Antwerpen restauriert um ein Geschäftsviertel auch zu Wohnzwecken zu nutzen. Bovenbouw fügt sich sanft in ein historisches Umfeld ein.



Bovenbouw: Gebäudesanierung in der Leysstraat in Antwerpen
Das Büro Bovenbouw Architectuur wurde von der AG Vespa, dem Immobilienunternehmen beauftragt, das die Häuser mit den Nummern 7 und 15 der Leystraat in Antwerpen gekauft hat. Die Architekten haben ein sorgfältiges Sanierungsprojekt erarbeitet mit dem Zweck einer Nutzung dieser Räumlichkeiten zu Wohn- und Geschäftszwecken. Die drei Häuser wurden 1971 zum Baudenkmal erklärt. Ihre Fassaden sind im typischen eklektischen Stil des 19. Jahrhunderts und ihre interne Organisation macht eine Nutzung für den Wohnungsmarkt recht schwierig. In den ersten beiden Stockwerken befanden sich bereits Ladenlokale, die voll und ganz in den Mood der Leysstraat integriert sind, die als Einkaufsstraße das Bild in den letzten Jahren neu definiert hat.
Unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Fronten hat das belgische Büro diese wieder in ihren Originalzustand gesetzt. Im Inneren hingegen hat das Projekt die Raumverteilung und die funktionale und dialogische Beziehung zwischen den Räumen stark verändert sowohl mit Abrissarbeiten und der Konstruktion neuer Wände und Durchgänge als auch mit einer neuen Hülle und der Gestaltung der strukturellen Einrichtungen. Ziel war es, insgesamt 8 Wohnungen außer den beiden Ladenlokalen in den unteren Stockwerken zu schaffen. Die Wohnungen verfügen über 1 bis 2 Schlafzimmer mit einer Fläche, die zwischen 100 und 120 Quadratmetern variiert.
Eines der Details, das die Sensibilität der Planer am meisten berührt hat, waren die Kamine in allen Etagen und in vielen Zimmern. Dieses praktische und schmückende Objekt war einst unverzichtbar, wird aber heute nicht mehr benutzt und wurde so – etwas märchenhaft – in einen Zugang zu einem anderen Raum (fast wie der Spiegel in Alice im Wunderland) umgestaltet. Dabei wurden die Proportionen verändert, bis seine ursprüngliche Funktion verschwindet. Der Kamin ist zu einem monumentalen Tor geworden oder wurde so vergrößert, dass er nun ein Schrank ist, der von zwei Zimmern aus benutzt werden kann, wie beispielsweise der Schrank zwischen dem Wohnzimmer und der Küche, in dem sich Tiegel und Töpfe befinden. Oder aber der Kamin wurde zu einem Bild umgestaltet, das mit Marmor umrahmt wird und an die ursprünglichen Farben und Materialien erinnert. Im Kaminkapitell wurde ein Fenster zum anderen Zimmer hin geschaffen. Dieser Eingriff wurde durch die Verkleidung der Laibung mit Marmor betont und veredelt. Ein Detail, das wir auch bei den Türen finden, wobei hier allerdings Holz zum Einsatz kommt.
Die Renovierung hat die Distanz zwischen den großen Räumen zur Fassade hin und den weniger edlen Räumen zur Rückseite verringern wollen indem unerwartete Perspektiven und Ausschnitte zwischen diesen geöffnet wurden. Dies hat von Fall zu Fall bedeutet, dass eben Fenster in den Kaminen geöffnet oder hohe und runde Öffnungen geschaffen wurden. Die schrägen Schnitte der Zimmer wurden mit raumhohen und maßgefertigten Einrichtungen genutzt. So öffnet sich beispielsweise in einem Fall die Zugangstür zum Bad auf ein Möbel mit mehreren Türflügeln in einem graublauen Farbton, hinter dem sich die Dusche versteckt. Um die größeren und schlecht geschnittenen Räume zu teilen und die Bäder zu realisieren, wurden Trennwände eingezogen, die neue Perspektive aufzeigen.
Allgemein hat der weiße Putz die vorhergehende räumliche Taktung aufgehoben und ein stummes Bühnenbild geschaffen, das allen Wohnungen gemein ist. Trotzdem hat das Einfügen von runden Fenstern oder den Bögen und die Assoziation mit den Akzenten der bunten Marmorsorten einen Eklektizismus suggeriert, der die Innenräume mit den historischen Fassaden verbindet.
Da das Bad und seine Elemente ganz neu gestaltet werden mussten, wurden sie in die Durchgangsräume wie eine Treppe oder in symbolische Orte wie der Giebel der Fassade eingefügt gemäß einer Entfremdung, die derjenigen entspricht, die für die Kamine genutzt wurde. Die Gestaltung der Küchen als großen Einrichtungsgegenständen hat sich dem ursprünglichen monumentalen Stil angepasst und weist Verzierungen und Einlegearbeiten auf, die sich an den Frontseiten, den zwei- und dreibogigen Fenstern auf der Paradefront inspirieren.
Es wurde auch eine Dachwohnung geschaffen, die den als nicht edel geltenden Bereich nutzt, der niedrigere Höhen und Dachschrägen aufweist. Die vorhergehende Geschichte wurde nicht negiert sondern vielmehr aufgewertet. Die Ziegel des Tragwerks wurden sichtbar gelassen, ebenso wie die Balken und die Holzleisten des schrägen Dachs, die weiß gestrichen wurden, denn Weiß ist die Grundfarbe der ganzen Renovierung. Im Dachstuhl selbst war es aufgrund der Höhe möglich, eine Zwischendecke einzuziehen, von deren Dachfenster man eine herrliche Aussicht hat.

Mara Corradi

Architects: Bovenbouw Architectuur
Design team: Dirk Somers, Sander Laureys, Gosia Olchowska, Henk Jan Imhoff, Wim
Boesten, Sidse Hald and Christopher Permain in collaboration with Barbara
Van Der Wee Architects
Client: AG Vespa Generaal
Location: Lemanstraat 55, 2018 Antwerpen
Location: Leysstraat 7-15, 2000 Antwerpen
Bruto - netto surfaces: 719 sqm - 677 sqm
Timing: August 2014 - September 2016
Photographer: © Filip Dujardin

https://bovenbouw.be

GALLERY


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