19-07-2018

Architektur Galerie Berlin SATELLIT Ausstellung Vita contemplativa

Christoph Hesse, Snorre Stinessen, Robert Konieczny,

Steve King, Christoph Hesse, Jakub Certowicz,

Berlino, Germania,

case vacanze, Haus, Messen,

Ausstellung,

Eine interessante Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin SATELLIT vergleicht die Projekte von drei Architekten unterschiedlicher Herkunft und Entwicklungsgeschichte. Die Projekte von Christoph Hesse, Robert Konieczny und Snorre Stinessen werden als Beispiele einer dem Betrachten und der Reflexion gewidmeten Lebensform präsentiert.



Architektur Galerie Berlin SATELLIT Ausstellung Vita contemplativa

Die Hektik unseres Lebens, das ständige “online” sein, immer aktiv und “einsatzbereit” lässt uns die Bedeutung der richtigen Zeit bei allen Tätigkeiten vergessen, für den Platz zum Nachdenken und zum Betrachten. Ein Bedürfnis, das sich auf alle Bereiche erstreckt und das heute eine Ausstellung der Werke von drei Architekten in der Architektur Galerie Berlin SATELLIT geworden ist. Unterschiedlicher Herkunft und Entwicklungsgeschichte, haben die Architekten Christoph Hesse (Deutschland), Robert Konieczny (Polen) und Snorre Stinessen (Norwegen) anhand ihrer Bauten mit der Reflexion und Betrachten verbundenen Lebensweisen eine architektonische Form verliehen.

Anlässlich der Präsentation der Ausstellung hat der Direktor Ulrich Müller einen kurzen Exkursus über den Begriff der “vita contemplativa”gehalten, ausgehend von den antiken griechischen Philosophen, Aristoteles und Epikur. Er erhielt dann im Mittelalter seine heutige Bedeutung, als der Begriff der “vita contemplativa” von Philosophen und religiösen Denkern wie Benedikt von Nursia und Thomas von Aquin erneut aufgegriffen wurde. Im 20. Jahrhundert haben sich zwei bedeutende Persönlichkeiten damit auseinandergesetzt. Einmal die deutsche Philosophin und Schriftstellerin Hannah Arendt in ihrem Essay Vita Activa(1), zum anderen Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus in seiner Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses der benedktinischen Konföderation. Dort sagte er, bezogen auf die benediktinische Ordensregel des Ora et labora, “(diese) sei für euch immer noch gültig und leite euch an, das rechte Gleichgewicht zwischen der Suche nach dem Absoluten und dem Einsatz in den täglichen Verantwortungen, zwischen der Ruhe der Betrachtung und der Emsigkeit im Dienst zu finden”.
Ulrich Müller hat betont, wie schließlich ist das Handeln im Alltag, die vita activa, ebenso wichtig wie das Nach denken darüber, die vita contemplativa.
Die für die Ausstellung ausgewählten Projekte sind Beispiele für die Suche nach Harmonie in einem gemeinsamen Geist, durch individuelle Wege und Lösungen, offensichtlich das Ergebnis der persönlichen Geschichten jedes einzelnen Architekten sowie der Auftraggeber und der Orte, an denen die Architekturen entstanden sind. Es handelt sich um Häuser, die in kleinen Städten gebaut wurden, Gebäude, die tief in den lokalen Gemeinschaften verwurzelt sind, in denen die Bauträger sich bewusst dafür entschieden haben, ihre Ideen und Kreativität zu entwickeln.

Atmosphäre, Materialität und Dauerhaftigkeit sind die Schlüsselbegriffe, die Christoph Hesse für seine Architektur vorgibt, indem er Projekte wie das Turmhaus für einen Maler in Bromskirchen – Hessen und die Villa F, das für einen Landwirt in Medebach mit einer ungewöhnlichen Kreisform entworfen wurde, präsentiert. Allen Projekten gemeinsam ist das Vorhandensein einer Umgebung, die zum Betrachten einlädt: eine Terrasse, eine Loggia, ein großes Fenster, das die Landschaft umrahmt. Sie alle sind Zufluchtsorte für den Geist, wo man die Zeit wieder in Besitz nehmen und seinen Blick schweifen lassen kann.

Für Robert Konieczny ist der wichtigste Aspekt seiner Projekte der Bau, der auf einem starken Konzept basiert, das am Beispiel des Projekts Ark zu sehen ist. Hierbei handelt es sich um eine Privatresidenz, die über einem steilen Hang in Polen errichtet wurde.

Snorre Stinessen schließlich hält es für wichtig, auch die Intuition in den Gestaltungsprozess mit einzubeziehen. Auf der Insel Manshausen, einer Insel im Steigen-Archipel in Nordnorwegen, entwirft er ein Resort im Einklang mit den Orten und dem Bestand. Die Residenzen respektieren die Privatsphäre und bieten den Gästen den richtigen Komfort, erlauben aber gleichzeitig ein direktes Erleben der natürlichen Elemente: das Meer, die Landschaft und die Veränderungen, die mit den wechselnden Jahreszeiten verbunden sind.

(Agnese Bifulco)

Nota (1):
Vita Activa in Hannah Arendt The Human Condition, University of Chicago Press 1958
In Deutschland wurde das Essay von Hannah Arendt 1960 unter dem Titel Vita activa oder Vom tätigen Leben veröffentlicht.

Title: Christoph Hesse / Robert Konieczny / Snorre Stinessen
vita contemplativa

Date: July 6 – August 18, 2018
Location: Architektur Galerie Berlin, Deutschland
Images courtesy of Architektur Galerie Berlin

Photo by: Christoph Hesse, Jakub Certowicz, Steve King.

www.architekturgalerieberlin.de
www.christophhesse.eu
www.kwkpromes.pl
www.snorrestinessen.com


GALLERY



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